Es sind noch 66 Tage, 6 Stunden und 46 Minuten bis zum meteorlogischen Herbst. So lange dauert es noch bis zum 23. Februar 2018. Das ist gar nicht mehr so lange, wenn man mal darüber nachdenkt. Doch während die einen den Gedanken an die kühlere Jahreszeit verfluchen, kann es den anderen gar nicht schnell genug gehen. Zu denen gehöre ich.

Zu denen habe ich immer schon gehört. Seitdem ich denken kann. Der 20. Oktober ist mein Geburtstag und ich vergöttere den Herbst. Ich kann es kaum erwarten, dass es draußen wieder kühler wird, frischer, dass die schwere trockene und warme Luft sich verzieht und Platz macht für frische, kühle Luft, mit der man endlich wieder richtig durchatmen kann.

Herbstidylle

Ich habe jedes Mal das Gefühl, dass ich wieder zum Leben erwache, wenn es draußen kühler wird. Die Hitze des Sommers ist einfach nichts für mich. Ich bin einfach kein Sommermensch! Es fällt mir schwer darin aufzugehen, wie es andere tun. Und mir kommt es vor, als wären die weit in der Überzahl. Alle sind immer total glücklich und aus dem Häuschen, wenn die Temperaturen über die 30°C klettern. Ich verfluche unterdessen die Radiomoderatoren, die schier ausrasten bei der Wettervorhersage. Ob denen dieses Verhalten vorgegeben wird? Selbst wenn sie das selbst gar nicht so toll finden?

Aber ich komme immer ganz gut durch den Sommer, so ist es nicht. Ja, selbst ich genieße zwischendurch die Wärme und den Sonnenschein. Aber es fällt mir schon schwer mich mit der Hitze zu arrangieren. Tagsüber im Büro und nachts im Schlafzimmer. Die Wärme legt mich lahm und lässt mich langsamer denken und schlecht schlafen. Es ist schon anstrengend.

Genug gejammert! Auf den Wonnemonat Mai folgt der Juni, folgt der Juli, gefolgt vom August und schon steht mein persönlicher Herbstanfang vor der Tür. Hach ja… der 1. September. Jetzt startet meine Saison! Mit jeder Faser meines Körpers stelle ich mich auf die kommenden Monate ein, wenn ich nicht Ende August schon damit begonnen habe.

Ich bookmarke die ersten Suppen- und Eintopfrezepte, krame meine verstauten Kerzenständer und Windlichter wieder aus, decke mich bei DM und Ikea mit den entsprechenden Kerzen ein und los geht´s! Ok, das ist nur teilweise wahr… Johanna brennt Vanille-, Zimt- und, ja wirklich, Lebkuchenduftkerzen das ganze Jahr ab. Ok, Vanille ist ja irgendwie ein Ganzjahresduft. Zimt und Lebkuchen nun eher nicht. Aber was soll ich denn tun??

An dieser Stelle möchte ich euch meine absolute Lieblingskerze nicht vorenthalten: “Home Sweet Home” von Yankee Candle! Es gibt für mich keine großartigere Kerze als diese. Die ultimative Verkörperung dessen, was ich so gerne Herbstgefühl nenne. Sie riecht nämlich ganz doll nach Ziemt und Wärme und … Gemütlichkeit einfach.

Home Sweet Home Yankee Candle

Als nächstes fange ich an zu backen. Denn jetzt, wo es wieder kühler wird, starte ich wieder richtig durch in der Küche. Im Sommer bleibt bei uns die Küche oft kalt. Entweder gibt es Salate oder belegte Brote, aber selten wird am Abend im Hochsommer gekocht. Vielleicht am Wochenende. Aber jetzt, im Herbst, geht es wieder los. Suppen (meine Lieblingssuppen: Kürbissuppe und Brokkolisuppe), Eintöpfe, Currys, Kuchen, Bananenbrote, Pancakes am Sonntag und andere Leckereien. Ich liebe nämlich auch den Duft von frisch gebackenem Kuchen in der Wohnung. Gibt es etwas Besseres? Diverse Rezepte habe ich hier schon mit euch geteilt. Was ich diesen Herbst noch definitiv hinzufügen werde, ist die das Cinnamon Roll Bread. Ein amerikanisches Rezept, und machen wir uns nichts vor, es ist kein Brot, sondern ein Kuchen. Und ein unfassbar leckerer noch dazu.

Vanilla Pancakes

Das sind die Dinge, die man sehen, riechen und schmecken kann. Der Rest, der passiert in mir drin. Das Gefühl, das ich bekomme, wenn der Herbst langsam einzieht. Ich kann es wirklich nur schwer beschreiben und man versteht es am besten, wenn man das Gefühl selbst kennt. Es ist die pure Freude. Wie ich zu Beginn schon sagte, man kann wieder tief durchatmen und man lebt auf. Die Luft riecht sauber und manchmal auch nach Regen. Noch so ein Geruch, den ich ganz toll finde.Es riecht dann sauber und gar nicht stickig. Der Wind bläst einem noch ganz sanft durchs Gesicht und die Haare. Ich freue mich darauf jetzt noch bei offenem Fenster zu schlafen und mich doch schon wieder in meine Bettdecke kuscheln zu können.

Sommerregen

Ich glaube, man kann auch an meinem Blog ganz leicht erkennen, dass dieser in die eher herbstliche Richtung geht. Die erste Version des Blogs war auch Anfang Herbst entstanden, die zweite Version auch. Denn jetzt wird es wieder Zeit gemütlich zu werden. Es wird wieder früher dunkel und drinnen zaubert man mit Kerzen und Lichtern. Es ist wieder an der Zeit mit Tee und Buch oder Laptop auf die Couch zu ziehen oder ins Bett und diese Zeit einfach nur genießen.

Regen

Es ist wieder an der Zeit Spaziergänge zu machen, eingepackt in eine leichte Jacke zu Beginn und dann etwas wärmer mit Schal und Mütze. Jetzt kann man jeden Tag den Bäumen beim Farbenspiel zusehen. Auf unserem Balkon schauen wir über ganz Saarbrücken und es ist wunderschön. Morgens, wenn ich in der Küche stehe und mir meinen ersten Kaffe mache, öffne ich meistens das Küchenfenster stütze mich auf die Fensterbank und atme die frische Morgenluft ein. Das ist wunderbar und tut wirklich so gut. Ich beobachte die Nachbarschaft, die entweder noch schläft oder auch so langsam wach wird und hier und da öffnen sich dann auch die ersten Fenster um die gute Luft reinzulassen.

Tagerwachen

Irgendwann wird es dann doch immer kälter und kälter und aus Tee und Kakao werden irgendwann Punsch und Glühwein. Ich liebe die Weihnachtszeit und ich nehme davon so viel mit, wie es mir nur möglich ist. Und nein, ich gehöre nicht zu denjenigen, die im August schn das erste Paket Lebkuchen kaufen. Auch nicht im September und auch nicht im Oktober. Aber mein Herz macht einen Sprung, wenn ich in der Bahnhofstraße das Häuschen der Bäckerei Schubert entdecke, die aber jetzt wieder frische Zimtwaffeln backen, deren Geruch sich durch die gesamte Innenstadt verteilt. Ok, das ist ein bisschen übertrieben, aber so ist es in meiner Vorstellung.

Und dann ist auch bald schon alles wieder vorbei. Nach dem Herbst kommt der Winter mit Advents- und Weihnachtszeit, kommt die Jahreswende und kommt ein neues Jahr. Mit dem Jahreswechsel tue ich mich immer etwas schwer, aber ich freue mich auf das neue Jahr und das, was da kommt. Neues Jahr, neues Glück, ein ganz neues Kapitel. Wer weiß, was alles Wunderbares passieren wird?

Adventskaffee

Nächstes Jahr wollen mein Freund und ich beispielsweise heiraten. Im Oktober übrigens. Das habe ich mir von Herzen gewünscht. Und ich glaube, es wird wunderbar werden! <3
Doch bis dahin dauert es noch ein wenig. Vorher kommt noch der Herbst. Noch 66 Tage, 6 Stunden und 3 Minuten…

Kleiner Buchtipp:

Einfach weil ich es vor Kurzem selbst erst entdeckt habe und ganz toll finde:” Der kleine Brautladen am Strand. Eine ganz süße und nicht zu kitschige Geschichte über eine junge Frau, die, wie so oft, mit der Liebe eigentlich abschließen wollte, und dann kam alles, wie so oft, doch ganz anders. Mir hat es richtig gut gefallen mich dazu gebracht mal wieder öfter Handy gegen Buch zu tauschen. Meine Lieblingsmomente waren die am Wochenende, morgens mit der ersten Tasse Kaffee auf dem Balkon.

Der kleine Brautladen am Strand - Buch

Von dem Buch gibt es übrigens bereits eine Fortsetzung auf Deutsch, “Winter im kleinen Brautladen am Strand”, die aber erst im Oktober bei uns in den Handel kommen wird. Auf Englisch sind ebenfalls erschienen: “Christmas promises at the little wedding shop” und “Summer at the little wedding shop”.

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