Ein Beitrag, der mir schon irgendwie sehr am Herzen liegt. Warum ich mich entschieden habe, mit dem ewigen Haarefärben und Blondieren endlich aufzuhören und nichts der Gleichen mehr zu machen.

Überhaupt gar nichts.
Eigentlich sind meine Haare… sagen wir honigblond. Die Haare, Farbe und Struktur, habe ich von meinem Vater geerbt. Blond und eher dünne Haare. Meine Mutter hat sehr dunkles, fast schwarzes, volles Haar. War klar, dass ich die Funseln bekomme…

Wobei ich mal gelesen haben, dass man nicht zwangsläufig dünne Haare haben muss, sondern es kann auch sein, dass man dickes Haar hat, aber verhältnismäßig wenig Haare. Auf der Website von Nivea gibt es zu diesem Thema einige ziemlich gute Ratgeberartikel, wo ihr mehr über euren Haartyp erfahren könnt: www.nivea.de/shop/haartypen/
Hier könnt ihr auch einen Test machen und herausfinden, ob ihr feines, normales oder dickes Haar habt: www.nivea.de/beratung/haartypen/welche-haarstruktur-habe-ich.

Ich weiß nicht mehr genau wann ich angefangen habe meine Haare zu blondieren. Ich glaube, ich habe 2006 damit angefangen und jetzt, wo ich darüber nachdenke, 2016 wieder aufgehört. Angefangen habe ich mit Strähnchen, die nicht mit Folie aufgetragen wurden, sondern mit dieser Haube, wo die Strähnen dann durchgezogen werden. Das hatte dazu geführt, dass meine Haare irgendwann komplett blond gefärbt waren.

Das habe ich einige Jahre durchgezogen, bis ich keine Lust mehr hatte und zu brünett gewechselt bin. Die braune Farbe ist einfach darüber gelegt worden, also meine blonden Haare wurden einfach braun gefärbt. Bis ich auch darauf keine Lust mehr hatte, weil der für mich perfekte Braunton nie richtig getroffen wurde. Außerdem hatte mir das Blond einfach viel zu gut gefallen. Also habe ich angefangen das Braun rauswachsen zu lassen und habe dann zu einem Mittel gegriffen vor dem ich nur ausdrücklich warnen kann bzw. muss!!

Ich bin in die Drogerie gegangen und habe mir ein Aufhellungsspray gekauft. Die Marke weiß ich gerade nicht mehr, ich glaube es war von John Frieda. Die Marke ist allerdings völlig egal, denn diese Aufhellungssprays sind der Teufel!! Sie funktionieren, keine Frage, aber sie sind der Teufel. Warum, erkläre ich gleich. Ich habe also angefangen meinen nun langsam wachsenden Ansatz mit diesem Blondspray zu bearbeiten. Das heißt, meine Haare waren größtenteils baun, wobei das Blond langsam wieder durchschimmerte, mit einem nun blondierten Ansatz. Was habe ich mir bitte dabei gedacht?? Hauptsache Frisörkosten gespart…

Das war der Zeitpunkt, wo ich von meinem alten Frisör in Trier zu einem neuen in Saarbrücken gewechselt bin. Da ich nach meinem Umzug nach Saarbrücken noch sehr viel Zeit in Trier verbracht habe, konnte ich dort auch noch gut zum Frisör gehen, was ich aber sowieso ändern wollte. Also habe ich mir einen neuen gesucht mit dem Wunsch mein gesamtes Haar wieder hell zu bekommen.
Meine liebe Frisörin, zu der ich übrigens heute immer noch gehe, weigerte sich allerdings. Nachdem ich ihr geschildert habe, was ich alles habe machen lassen und selbstgemacht habe, sagte sie zu mir, wenn sie mir da jetzt helle Farbe oder gar Blondierung drauf setzt, könne ich meine Haare in einer Plastiktüte nach Hause tragen.
Mal ganz abgesehen von diesem vermaledeiten Aufhellungsspray. Das solle ich bitte gleich wegschmeißen und niemals wieder kaufen!

Wir einigten uns dann darauf, dass wir noch ein bisschen abwarten und dann nochmal mit zarten Strähnen anfangen. Ich wollte die Haar nämlich eigentlich “flächendeckend” blond gefärbt haben. Ganz oder gar nicht. Es wurde dann gar nicht.

Also musste ich die Situation erst einmal aussitzen und dann ging es mit zarten Strähnen weiter bis der ganze andere Mist rausgewachsen war. Damit verbunden ist dann natürlich auch immer das Lassen von ein paar Zentimetern, um den Vorgang etwas zu beschleunigen und um den ganzen kaputten Mist unten loszuwerden.

Dieses Mal waren es dann übrigens Foliensträhnen, keine Haubensträhnen mehr, das heiß, es werden immer die gleichen Haarpartien aufs neue gefärbt, aber immer nur der Ansatz, sodass der Rest der Strähne nicht jedes Mal aufs Neue belastet wird. Mal abgesehen davon, dass die Haare irgendwann keine Farbe mehr aufnehmen.

Als nächstes war mir dann aber der Unterschied zwischen meiner Naturhaarfarbe und den blonden Strähnen zu krass, sodass ich den Rest, also den Naturteil angleichen wollte. Es war mir auch im Ganzen immer noch nicht blond genug. Ich fand dieses helle Blond einfach immer schon super schön und habe es auch immer schon bedauert, dass ich es nicht von Natur aus besaß. Wir haben dann entschieden, um die Haare möglichst zu schonen (was bei dem ganzen Gefärbe und Blondieren echt witzlos ist …) die Haarpartien, die nicht blondiert werden, zu färben. Gefärbt wird dann ab sofort bei jedem Frisörbesuch, blondiert nur bei jedem zweiten… oder war es jeweils bei jedem zweiten Besuch? Ich weiß es nicht mehr.

Glücklich - meine Haare waren wieder richtig blond

Glücklich – meine Haare waren wieder richtig blond

So an sich war ich mit dem Gesamtergebnis sehr zufrieden, was die Farbe betrifft. Aber Leute… was haben meine Haare gelitten! Mittlerweile waren sie etwas länger als schulterlang, sagen wir noch vier Finger breit länger. Allerdings so krass ausgedünnt, abgebrochen und kaputte, es war nicht mit anzusehen. Ich hatte ja sowieso schon so dünnes Haar, sodass es sehr auffällig war, wenn knapp die Hälfte der Haare noch abgebrochen und stumpf ist.

Ja, jedes Kind weiß, dass Blondieren und Aufhellen extrem schädlich ist für das Haar. Aber ich konnte wohl viele Jahre meine Augen vor der Realität schließen, bis ich schließlich die Schnute voll hatte, aber gestrichen!
2016, Sommer, habe ich das letzte Mal die Strähnen nachziehen lassen und gehe seit dem nur noch zum Spitzen schneiden. Nicht ganz. Nachdem ich vom Baum der Erkenntnis genascht hatte, habe ich erst einmal die Haare auf Schulterläge abschneiden lassen. Damit war das meiste an stark geschädigtem Haar erst einmal weg. Und es war eine Erleichterung! Es hat sich unglaublich gut angefühlt. Seit dem gehe ich alle 8 Wochen zum Spitzen schneiden. Ein Jahr später habe ich wieder alles auf Schulterlänge abschneiden lassen. Nun war alles an kaputter Länge weg und die Haare waren wieder gleichmäßig und sauber geschnitten.

Frisch geschnitten & ab sofort keine Farbe mehr

Frisch geschnitten & ab sofort keine Farbe mehr

Bis auf weiteres habe ich nicht vor auch nur eine Tönung in meine Haare zu geben. Natur pur. Man kann noch ganz leicht blonde Strähnen erkenn, aber das meiste ist schon raus und ich bin so glücklich, dass ich diese Entscheidung getroffen habe.

Was hat sich seit dem verändert? Vor allem eins: seit dem ich aufgehört habe zu blondieren, wächst viel Haar nach. Das war mir vorher gar nicht aufgefallen. Die Haare sind nicht nur abgebrochen sondern auch ausgefallen. Und doch ist es mir aufgefallen, weil immer wahnsinnig viele Haare im Badezimmer auf dem Boden lagen und auch in der Bürste zurückgeblieben sind, aber ich habe mir eingeredet, dass das normal sei. Ich wollte doch so gerne blonde, also richtig blonde Haare haben. Diese Haare sind jetzt alle nachgewachsen und mein Haar ist voller und viel, viel kräftiger als vorher. Klar, liegen immer noch Haare im Bad, aber bei weitem nicht so viele. Bei weitem nicht!

Auch sind meine Haare viel glänzender als vorher. Die Blondierung hat mein Haar unheimlich stumpf gemacht. Jetzt glänzen sie wieder und sehen einfach von grund auf gesund aus.

Was Haarpflegeprodukte angeht, so benutze ich kein bestimmtes Shampoo, auf das ich schwöre, sondern wechsel hier immer mal wieder die Marke. Aktuell benutze ich abwechselnd den Shampoobar New von Lush, und das Hask Argan Oil Repairing Shampoo. Ein Produkt, das ich allerdings schon seit Jahren verwende, ist die Gliss Kur Express-Repair-Sprühspülung “Liquid Silk” vor dem Föhnen der Haare. Vor dem Föhnen benutze ich außerdem einen Hitzeschutz und zwar ist das das Lisap Ultimate Plus Straight Fluid. Meine Frisörin benutzt diesen Hitzeschutz immer und kaufe diesen dort auch immer nach.
Wenn ich meine Haare morgens wasche, pflege ich die Längen am Abend zuvor mit einem Haaröl, bevor ich ins Bett gehe. Und zwar ist das das Öl Magique Haaröl von L´Oréal. Das Öl pflegt und kräftigt meine Haarlängen unheimlich gut. Außerdem riecht es auch verdammt gut.

Das war also die Geschichte meiner blonden Haare und wie ich nach zehn Jahren endlich zu Vernunft kam. Und jetzt noch ein letztes Wort zum Thema Aufhellungspray. Das wirklich Gefährliche bei diesen Aufhellungssprays ist, dass der chemische Vorgang des Aufhellens der Haare nicht gestoppt wird. Man sprüht sich diese Chemie auf die Haare, die reagiert mit dem Sauerstoff in der Luft und oxidiert. Aber wie gesagt, der Vorgang wird, anders als im Salon, nicht gestoppt, das heißt, die Haare reagieren immer und immer weiter und werden immer dünner und poröser. Außerdem sprüht man das Spray ja nicht nur einmal auf, sondern behandelt die Haare immer weiter damit. Das ist wirklich gefährlich und kommt langsam aber sich dem chemischen Haarschnitt gefährlich nahe. Man kann diverse Erfahrungsberichte im Internet nachlesen. Das Schlimmste ist mir Gott sei Dank erspart geblieben, dank meiner lieben Frisörin, die mich hier aufgeklärt hat.
Ich finde es außerdem super gefährlich und fahrlässig so etwas zu verkaufen, ohne auch nur ansatzweise auf die Gefahren hinzuweisen und zu warnen.

Solltet auch ihr zu den Mädchen und Jungen gehören, die sich regelmäßig die Haar färben und blondieren lassen, so seid euch darüber im Klaren, was ihr eurem Haar damit antut und ob es nicht vielleicht doch eine Überlegung wert wäre, das Ganze sein zu lassen und das Haar zu schonen und zu pflegen. Gesunde und gepflegte Haare sind einfach so viel schöner als um jeden Preis die Wunschhaarfarbe zu erzwingen. Keine Frage, es gibt auch Haartypen, an denen diese chemischen Bahandlungen spurlos vorbeiziehen. Aber eben auch sehr viele, wo das nicht passiert. Seid euch einfach darüber im Klaren, was ihr eurem Haar damit antut und wie sehr ihr ihm damit schadet und überlegt euch, ob es euch das auch wert ist.

Keine Kommentare möglich...